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Brasilien-Projekte

Straßenkinderprojekt "Comunidade dos Pequenos Profetas" (CPP) in Recife

Das Straßenkinderprojekt "Comunidade dos Pequenos Profetas" (CPP) in Recife unterhält zwei offene Anlaufstellen für Jungen und Mädchen, die auf der Straße leben:

Vorzugsweise werden in den bei den Häusern Kinder und Jugendliche betreut, die von Gewalt und nicht selten von Mord bedroht sind. Angeboten werden neben Nahrung und hygienischen Einrichtungen auch eventuell notwendige medizinische Erstversorgungen. Vor allem geht es auch um ein personelles Angebot. Die jungen Menschen finden in den tagsüber geöffneten Einrichtungen Mitarbeiter, die ihnen in allen notwendigen Angelegenheiten beistehen. Da sich dieses Projekt sowohl personell wie finanziell ausgeweitet hat, ist ab Januar 2005 in Absprache mit dem Leiter des Projekts, Demetrius Demetrio, Misereor in die entwicklungspolitische Begleitung und Kooperation eingeschaltet. Die beim FK eingehenden Spenden werden an Misereor weitergeleitet, von wo sie - wie bisher - in vollem Umfang in die Projektförderung der CPP einfließen.

Spendenkonto

Konto: Freckenhorster Kreis
Darlehnskasse Münster (BLZ 400 602 65)
Kontonummer: 3799 705

Nachrichten von der CPP Recife
aus einem Brief von Demetrius Demetrio an R. Waltermann vom 20. Januar 2004

In Recife regnet es zur Zeit ganz gewaltig. Das ist nicht normal für diese Jahreszeit. Aber es regnet im ganzen Nord-Osten. Es gibt Millionen Menschen, die obdachlos geworden sind. Einerseits ist der Regen gut für die Energiegewinnung im Nord-Osten, besser als in den letzten Jahren. Andererseits verlieren Millionen Menschen ihre Wohnungen. […]

Wir in der CPP sind dabei unsere Buchführung zu verändern. Wir haben ein neues Software-Programm gekauft für unsere finanzielle Kontrolle und unsere Rechnungslegung. Mit diesem System wird unsere Buchführung übersichtlicher und besser zu handhaben sein. Im Augenblick sind wir dabei, die Abrechnung für den Freckenhorster Kreis zu erstellen. […]

Was die CPP betrifft, so machen wir weiter wie immer in unserer Aufgabe der Betreuung der Kinder und Jugendlichen. Die Zahl der Jungen hat sich sehr vergrößert, so sehr dass wir versuchen werden das Nachbarhaus neben dem Jungenhaus zu kaufen. Ich habe Sonja Baumeister (die Praktikantin aus Münster in der CPP) gebeten, mit Dir und dem Freckenhorster Kreis zu sprechen, dass wir mit dieser Zielstellung eine Kampagne starten wollen. Diese Kampagne ist unabhängig vom Freckenhorster Kreis.

Ende Dezember hatten wir eins unserer Kinder, das im Fluss Capibaribe ertrunken ist. Der Junge war erst 10 Jahre alt und wurde, nach dem er mit Drogen abgefüllt war, von „Freunden“ in den Fluss geworfen und starb darin. Auch am ersten Tag, an dem Sonja Baumeister hier war, hatten wir einen anderen Mordfall durch Schüsse von der Polizei. Die Leiche blieb 200 m vom Büro der CPP liegen. „Leben und Tod gehen hier zusammen.“ So habe ich Angst, die Sensibilität für den Tod zu verlieren. Ich möchte jedes Mal weinen und trauern um jeden einzelnen Tod von einem unserer Betreuten. Jetzt zu Beginn des Januar hatten wir eine Produktion von 300 Litern Honig auf der Granja. Alle unsere Jugendlichen trinken beim Frühstück davon. Außerdem haben wir Eier, Früchte und Gemüse aus eigener Produktion.

Unsere Schützlinge organisierten Ende Dezember einen Gang (Demonstration) zusammen mit anderen Gruppen bis zur Präfektur, wobei sie auch den Sitz des Gouverneurs (Regierungspräsidenten) passierten und die Taten der Todesschwadronen und die Gewalttätigkeiten der Polizei anklagten. Zur Zeit haben wir gute Führungskräfte in der CPP. Sie erreichten es, mit dem Präfekten von Recife ins Gespräch zu kommen, und das war schon ein kleiner Sieg. Auch der Gouverneur schrieb ihnen eine Antwort auf ihren Brief und zeigte sich offen für ein Gespräch über ihre (der Kinder und Jugendlichen) Situation in Recife.

Gut, das sind so mehr oder weniger einige Informationen über die CPP […]

[…] Noch nie habe ich so viele E-mails von jungen Menschen bekommen aus Belgien, Spanien, Deutschland, Portugal und Canada, worin der Wunsch nach einem Praktikum hier in der CPP gewünscht wird. Zur Zeit haben wir Sonja aus Deutschland (Münster) undVictor aus Spanien. Darum richten wir im Bürogebäude eine Küche, ein weiteres Zimmer und ein Bad ein, weil ich nicht meine eigene Wohnung als Unterkunft öffnen kann. […]

Demetrius